Dokumentation von KNX/EIB Projekten
Oft gibt es bei
software-orientierten Elektroinstallationen, wie dem KNX/EIB
Bussystem, Probleme mit der Herausgabe der Projektdateien sowie der
fachgerechten Erstellung einer Dokumentation. Fehlen Projektdateien und
Dokumentation in einer modernen Elektroinstallation kommen bei Änderungen und
Erweiterung als auch im Fehlerfalle enorme Kosten auf den Betreiber zu. Daher
ist bei Abschluss eines Projektes sicher zu stellen, das alle nötigen Unterlagen
übergeben werden. Eine Dokumentation von KNX/ EIB Anlagen wird in der DIN VDE
0100 sowie im BGB Werksvertrag genauso gesehen, wie beispielsweise eine
Beschriftung der Stromkreise oder das Hinterlassen von Schaltplänen. Denn KNX/
EIB stellt nichts anderes dar, als eine virtuelle Verdrahtung von elektrischen
Bauteilen und dies ist zu dokumentieren. Ebenso gehört es zur beauftragten
Leistung. Doch in der Praxis wird dies leider meist vernachlässigt. Da sich
Anfragen über eine Rekonstruktion häufen, sollte schon vor Beginn der
Auftragsvergabe dies genau im Vertrag bzw. in der Ausschreibung festgelegt werden.
Was ist zu Dokumentieren?
Die ETS hält hier eine Reihe von Funktionen bereit, die das Dokumentieren einer
Anlage vereinfachen. Im Sinne der genannten Vorschriften reicht es aus, die
Projektdatei zu exportieren und sämtliche Reportdateien zu erstellen und diese
auszudrucken. Allerdings erzeugen die Reportdateien eine Unmenge an Papier, so
das diese am besten als PDF erzeugt werden und mit der Projektdatei auf einer CD
Übergeben werden. Kommen im Projekt Produkte zum Einsatz, wie Visualisierung
oder Serversysteme, die mit einer eigenen Software (Sub-Software) programmiert
werden, ist dies ebenfalls zu Dokumentieren. Sollte hier die Software keine
Reportdateien unterstützen, sind die Funktionen und Zusammenhänge manuell zu
Dokumentieren.
Mindestumfang
- Exportdatei der ETS (PR oder KNXProj)
- ETS Reportdateien
- Stückliste
- Gebäude- oder Gewerkestruktur
- Gruppenadressen
- Topologie
- Exportdatei von Sub Software
- Datum und Errichterangaben
Da
diese Unterlagen dem Kunden natürlich wenig Aufschluss über den
Funktionsumfang seiner Anlage bringen und auch der Mindestumfang der
Projektdokumentation nur bedingt technischen Aufschluss gibt, empfiehlt es sich
eine professionelle Dokumentation zu erstellen. Dies unterstreicht die
Fachkompetenz des Erreichters, hilft dem Kunden die Anlage zu bedienen und auch
bei Änderungen und Erweiterungen findet sich der Installateur und Integrator
schnell zurecht. Derzeit gibt es leider keine Vorschriften dazu. Daher sollte
der
Auftrag oder die Ausschreibung eine extra Position darüber enthalten, was zum
Leistungsumfang einer Dokumentation gehört.
Achtung: Ein reines Kopieren der
Datenbank (eib.db) ist nicht ausreichend! Denn hier sind unter umständen nicht
alle Informationen enthalten und sie kann zudem unter umständen nicht mit der
ETS geöffnet werden. (Beispielswiese kann eine EIB.DB der ETS2 V1.1 nicht mit
der ETS3 geöffnet werden). Daher ist diese Art der Projektdokumentation und
Archivierung uninteressant und kann lediglich als "Zusatz" gesehen werden.
Professioneller Umfang
- Gebäudegrundriss wo Produkte verbaut wurden
- Bedienungsanleitung und Beschreibung der Funktionen/ Zusammenhänge
- eventuelle Wartungs und Service Listen
- Pflichtenheft Übergabe
- Erweiterte Software Übergabe wie ETS Plugin, Sub Software, Applikationen
Haftung und Gewährleistung
Bei der Übergabe der Dateien entsteht ein gewisses Risiko. Denn der Kunde könnte
die Dateien dazu verwenden, an der Anlage Änderungen vorzunehmen. Sollte
anschließend in der Gewährleistungszeit eine Funktion nicht mehr ordnungsgemäß
funktionieren, muss der Errichter dies auf eigene Kosten nachbessern. Um dies zu
unterbinden besteht die Möglichkeit, dem Kunden eine verschlüsselte
Dokumentation zu übergeben. Das Passwort für die Dokumentation wird im
versiegeltem Umschlag übergeben. Hier können auch weitere Unterlagen und die CD
enthalten sein. Bei Übergabe des Umschlages und der Projekt CD, lassen Sie vom
Kunden einen Haftungsausschluss unterschreiben, dass sämtliche Haftungs- und
Gewährleistungsansprüche erlöschen. Damit hat der Kunde alle Unterlagen und Sie
sind auf der sicheren Seite.
Ohne Dokumentationsunterlagen, steuern sie wahrscheinlich auf eine
Katastrophe zu.